Hochzeit Carina und Timo



Ein guter Plan!

Hochzeit von Carina und Timo in Humboldthain



Das Brautpaar: Carina Zell-Ziegler und Timo Ziegler




Kurz vor dem Gottesdienstbeginn erhebt sich die Gemeinde und das Hochzeitspaar tritt ein ...



... während der Gemeindechor singt.




Der Bezirksälteste appelliert,
im anderen die Gabe Gottes zu sehen.




Im Namen des dreeinigen Gottes
spendet er den Trausegen.




Sowohl Geige und Klavier als auch ein Freundeschor umrahmen die Hochzeit.







Gemeindevorsteher Klaus-Peter Waschke gratuliert als erster.




Auf dem Kirchhof treffen sich die Gäste nach dem Gottesdienst zu kalten Getränken.















 

(11.08.2015) Eine Hochzeit Anfang Juni verspricht in der Regel sonniges Wetter. Aber Temperaturen um die 30 Grad - damit hatten sie wohl nicht gerechnet. Bei hochsommerlichem Wetter gaben sich Carina Zell-Ziegler und Timo Ziegler am Samstag, den 6. Juni 2015, das Jawort. 113 Gäste nahmen an dem Traugottesdienst in der Gemeinde Berlin-Humboldthain (Mitte) teil, den der Bezirksälteste des Kirchenbezirks Berlin-Nordwest mit den Anwesenden feierte. Zahlreiche Familienmitglieder und Freunde des Brautpaares hatten sich überwiegend aus dem Süden Deutschlands auf den Weg nach Berlin gemacht. Denn sowohl Carina als auch Timo, die sich während des Studiums im schwäbischen Tübingen kennengelernt haben, stammen gebürtig aus Baden-Württemberg. Seit 2012 leben die beiden in Berlin.

Pünktlich um 13:55 Uhr, wie im Programmheft vermerkt, trat das Brautpaar in den Kirchensaal. Die Gemeinde erhob sich und unter den Klängen des Chorliedes "Singt ein Lied von Gott" von Peter Strauch schritt das Paar nach vorne. Kurz darauf begann der Gottesdienst mit dem gemeinsamen Gemeindelied "Sollt ich meinem Gott nicht singen" (NAG 259). Anschließend las der Bezirksälteste nach Gebet das Bibelwort vor, das er für die beiden zu ihrer Hochzeit ausgesucht hatte: „Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit“ (2. Tim 1,7).

Mit einigen Gedanken zum Vortrag des Chores "Meine Seele ist stille zu Gott" eröffnete der Bezirksälteste seine Predigt. Dies sei ein wunderbarer Impuls zu Beginn des Gottesdienstes. „Ihr habt vor eurer Hochzeit soviel geplant, gemacht und vorbereitet. Jetzt zu sagen 'Meine Seele ist stille zu Gott' ist großartig", sprach er das Brautpaar an. Diese Einstellung sei im Leben jedoch nicht immer so leicht. Oft wolle man alles genau vorherbestimmen und alle Alternativen kennen. „Manches können wir aber gar nicht planen, vieles ergibt sich so und es trägt Früchte, ohne es vorher zu wissen“, gab der Bezirksälteste zu bedenken und ergänzte: „Einen Teil können wir nicht beeinflussen, da ist es gut, Gott mitzunehmen - er wird es machen.“ So sei es sinnvoll, immer wieder innezuhalten und „stille zu Gott zu sein“.

Mit Blick auf das Bibelwort machte der Bezirksälteste deutlich, dass die Gaben Gottes - Kraft, Liebe, Besonnenheit - längst von IHM gegeben seien. Man müsse nicht erst warten, bis Gott diese irgendwann einmal schenke. „Erinnere dich daran, was Gott in dich gelegt hat“, appellierte er. Dabei stellte er die Unterschiede zwischen dem 'Geist der Furcht' und dem 'Geist der Kraft' heraus. Wenn man sich eingestehen muss, ich bin mit meiner Kraft am Ende und weiß nicht mehr weiter, sei es wichtig, sich nicht dem Geist der Verzagtheit hinzugeben, sondern sich Gott anzuvertrauen. Es gelte die eigenen Grenzen und die leise Hilfe Gottes zu erkennen. „Geist der Furcht wäre zu denken, 'was wäre, wenn ...', 'was könnte alles kommen', 'das pack ich nicht'“, führte er fort. Doch seien andererseits Protzen, Kraftmeierei, ein sich Aufblasen genauso wenig Wesenszüge der göttlichen Gaben. „Nur Kraft ohne die Liebe ist hart und unangenehm. Stellt diese Gabe nicht in die dunkle Ecke, sondern packt die Liebe aus“, betonte der Älteste. Ähnlich sei es auch mit dem 'Geist der Besonnenheit'. „Das ist das sich Bewusstwerden, zur Ruhe zu kommen, stille zu Gott zu werden, die Fähigkeit, einmal in Ruhe nachzudenken“, erklärte er.

In seiner persönlichen Ansprache an das Hochzeitspaar lenkte er den Blick auf die beginnende Ehe. „Eine Ehe ist nicht auf Zeit angelegt“, betonte er und erklärte, dass es wertvoll sei, in der Partnerin bzw. im Partner die Gabe Gottes zu sehen. Es geht nicht nur um die Frage, ob ihr euch zum Mann und zur Frau nehmen wollt. Euer gegenseitiges 'Ja' ist das Bekenntnis: Ja, mein Gegenüber ist die Gabe Gottes."

Bezogen auf das traditionelle Eheversprechen 'einander treu zu bleiben in guten, wie in schlechten Zeiten' gab der Bezirksälteste einen speziellen Rat. „Nehmt die guten Tage nicht auf die leichte Schulter!“ Schnell könne man in Selbstzufriedenheit verfallen, in der jeder seinen eigenen Vorteil suche. Gleichsam machte der Bezirksälteste Mut, dass ein Lebensweg, den man sich teile, etwas ganz besonderes sei. Er freue sich sehr für das Brautpaar und wünsche Ihnen dafür Kraft, Liebe und Besonnenheit aus der Hand Gottes.

Daraufhin gelobten beide mit ihrem gemeinsamen Jawort vor Gott und der Gemeinde, dass sie unter dem Segen Gottes in gegenseitiger Treue einander in allen Verhältnissen beistehen und in Liebe diesen Lebensweg miteinander gehen wollen. Sie reichten sich ihre rechten Hände und empfingen den Segen des dreieinigen Gottes.

Unmittelbar danach umrahmte ein Duett aus Klavier und Geige die Segenshandlung mit einem Musikvortrag. Außerdem überraschte ein Freundeschor das Brautpaar mit dem Lied "Gott, dir sei Dank" von Ralph Vaughan Williams. Aufgrund der großen Distanzen hatten sich die Freunde des Paares individuell auf den Vortrag vorbereiten müssen und konnten erst wenige Stunden vor Gottesdienstbeginn ihre erste und einzige gemeinsame Probe durchführen. Doch weder dieser Umstand noch die sommerliche Hitze konnte die Sängerinnen und Sänger von dieser Überraschung abhalten.

Erfrischen konnten sich schließlich alle Gäste im Anschluss des Gottesdienstes auf dem Kirchhof. Das Brautpaar lud alle zu gekühlten Limonaden und Brezeln ein, ehe es mit Familie und Freunden zur Hochzeitsfeier nach Brandenburg aufbrach.

Text: MPW
Fotos:WP