Erntedank 2017
 

Gemeinsam essen, spenden und wandern zu Erntedank





























 

(31.10.2017) Dankfeste für die Ernte haben fast überall auf der Welt und in den meisten Weltreligionen Tradition. Gedankt wird für die reichhaltige Ernte, dafür, dass die Erde immer wieder neu Frucht bringt, um uns zu ernähren – für unsere Lebensgrundlage. In Deutschland heißt dieses Fest daher Erntedankfest: Das Fest zum Dank für die Ernte.
In der neuapostolischen Kirche – wie in anderen Kirchen – hat dieses Fest einen festen Platz im Kirchenjahr. In Deutschland feiern wir den Erntedanktag immer am ersten Sonntag im Oktober. Mit Obst und Gemüse reich geschmückte Altäre bilden an diesen Sonntagen immer ein besonderes und farbenfrohes Bild in den Gemeinden und ein besonderes Bibelwort weist auch in der Predigt in den Gemeinden in spezieller Weise auf den Erntedanktag hin.

Initiative Schöpfungsverantwortung rief zu Aktionen rund um den Erntedanktag auf

Die im Jahr 2015 von zwei Humboldthainer Glaubensgeschwistern gegründete
„Initiative Schöpfungsverantwortung in der neuapostolischen Kirche“ mit aktiven und passiven Mitgliedern in allen deutschsprachigen Gebietskirchen ruft seit 2015 zusätzlich dazu auf, den Erntedanktag bzw. die davor liegende, von der ACK (Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen) initiierte „ökumenische Schöpfungszeit“ für Aktivitäten zu nutzen, die auf die Bewahrung der Schöpfung hinweisen. Unter dem Motto „Sag Gott DANKE – bewahr seine Schöpfung“ beteiligten sich so schon etliche Gemeinden an diesem Aufruf.

Erneute Lebensmittelspende an das Franziskanerkloster Pankow


Ganz in diesem Sinn sorgten die Humboldthainer Gemeindemitglieder am Erntedanktag dafür, dass man schon im Foyer in Erntedankstimmung versetzt wurde. Zwei große Tische hatten sich bereits seit Mitte September mit allerlei haltbaren Lebensmitteln gefüllt, die am 1.10. nach dem Gottesdienst an die
Suppenküche des Franziskanerklosters Pankow gespendet wurden. Auch die frischen Lebensmittel, die den Altar schmückten, wurden dorthin gespendet, so dass die nächsten Mittagessen in der Suppenküche, die täglich bis zu 400 Personen in Anspruch nehmen, gesichert waren. Diese Spende der Gemeinde, die es nun schon mehrfach zu Erntedank gegeben hat, wird von den in der Suppenküche arbeitenden Ordensbrüdern stets dankbar entgegen genommen.

Erntedank = Schmalzbroteessen

Auch die GottesdienstbesucherInnen mussten am Erntedanktag nicht hungrig nach Hause gehen. Das Motto des diesjährigen traditionellen Humboldthainer Schmalzbroteessens nach dem Gottesdienst war „all you can Schmalz – solange der Vorrat reicht“. Dafür schmierten die Jugendlichen der Gemeinde fleißig alle Brote, die noch während des Gottesdienstes den Altar dekoriert hatten. Die Gemeindemitglieder griffen genauso fleißig zu; das Schmalzbroteessen gehört in Humboldthain einfach zum Erntedanktag dazu.  
Neben der Jugend engagierte sich auch der Gemeindechor im Besonderen zu Erntedank. Im Hinblick auf diesen Tag war der Titel „Look at the world“ („Betrachte die Welt“) von John Rutter einstudiert worden, der auf die Schönheit der Schöpfung und unsere damit verbundene Dankbarkeit hinweist. 

Herbstwanderung zum Thema Wald und Klimawandel im Grunewald

Am Nachmittag des Erntedanktags tauschten 15 Mitglieder der Gemeinden Berlin-Rudow und Humboldthain ihre Kirchenschuhe gegen Wanderschuhe. Während einer gemeinsamen Wanderung informierten sie sich auf dem für die IGA (Internationale Gartenausstellung) neu angelegten
„Wald.Berlin.Klima“-Pfad im Grunewald über das Ökosystem Wald, Anpassungsstrategien an den Klimawandel, die Berliner Trinkwasserversorgung u.v.m. Die interessanten und anschaulich aufbereiteten Informationen waren an elf Stationen, den sogenannten „Wohnzimmern“ entlang des Pfads verteilt. Die Stationen waren teilweise als Stege über ein Moor oder einen kleinen Aussichtsturm gestaltet. An einer Station konnte man sogar den Bäumen bei einem fiktiven Gespräch zuhören.
Sowohl die Informationen, die viel Nachdenkenswertes für die Wandergruppe enthielten, als auch einfach der Spaziergang durch den nach dem morgendlichen Regen herrlich duftenden Herbstwald mit tausenden sprießenden Pilzen verdeutlichten die Gedanken aus dem Erntedankgottesdienst sehr anschaulich: Unsere Schöpfung ist wundervoll und wir sollten unserem Schöpfer dafür dankbar sein, indem wir sorgsam mit ihr umgehen – nicht nur am Erntedanktag!

Rückblick auf die Aktionen im Jahr 2016

Auch im letzten Jahr hatte sich die Gemeinde Humboldthain besondere Aktivitäten zu Erntedank einfallen lassen, um auf die Bewahrung der Schöpfung hinzuweisen. Im September 2016 fand nach einem Nachmittagsgottesdienst eine Informations- und Diskussionsrunde zur Umweltagenda der Gemeinde statt, die im Jahr 2013 erarbeitet worden war (
wir berichteten). Die damals vereinbarten Punkte wurden kritisch besprochen, Erreichtes wurde gewürdigt und neue Ziele wurden gesteckt. Die überarbeitete Umweltagenda kann auch hier heruntergeladen werden.
Bei der Langen Nacht der Religionen, die am 16. September stattfand, bildete eine Andacht zum Thema Schöpfungsverantwortung den Abschluss um 22 Uhr (
wir berichteten). Am Erntedanktag selbst fanden im Jahr 2016 – wie 2017 – das Schmalzbroteessen und die Lebensmittelspende an die Suppenküche des Franziskanerklosters statt. Zudem wurde im Foyer der Kirche eine Fotoausstellung zum Thema „Wundervolle Schöpfung“ gezeigt, für die mehrere Gemeindemitglieder eigene Bilder eingereicht hatten.



Text: CZZ
Fotos: WP/CZZ


 
  Besucher heute: 78 Besucher (202 Hits) © Neuapostolische Kirche Berlin-Humboldthain