Leipheimer zu Gast 2015
 



Leipheimer zu Gast in Berlin

Erstes Treffen der Partnergemeinden

 



Gleich am ersten Abend überreichten Humboldthainer der Leipheimer Reisegreuppe eine Erinnerung an ihren Berlinbesuch



Mit den Berlin-Tragetaschen bewaffnet ging es durch die Berliner Mitte



Schnell wurde klar: Wir verstehen uns!



Am Sonntag feierten alle gemeinsam Gottesdienst und anschließend ein Hoffest



















(28.07.2015) Rund ein Jahr nach der auf dem Internationalen Kirchentag in München initiierten Partnerschaft, trafen sich erstmalig die neuapostolischen Gemeinden Leipheim und Humboldthain zu einem Kennenlernen in Berlin. Vom 10. bis 12. Juli 2015 waren 27 Mitglieder der Kirchengemeinde Leipheim in der rund 600 Kilometer entfernten deutschen Hauptstadt zu Gast. Im Vorfeld hatten die Humboldthainer Botschafter Dennis Fromm und Leona Waßmuth ein abwechslungsreiches Programm für das Wochenende organisiert.

 

Begrüßung und erstes Kennenlernen

 

Nach einer mehrstündigen Bahnreise begrüßte eine Abordnung rund um den Humboldthainer Gemeindevorsteher Klaus-Peter Waschke am Freitagabend die Gäste aus dem Süden Bayerns. In einer Gaststätte unweit des zentralen Alexanderplatzes nahm ein gemeinsames Wochenende seinen Anfang, das beiden Seiten wohl noch lange in Erinnerung bleiben wird. Auf erste Gespräche und gemeinsames Anstoßen auf die Partnerschaft folgte ein Abendspaziergang, vorbei am Fernsehturm, dem Berliner Dom und der Museuminsel bis hin zum Hackeschen Markt. Nach den ersten Eindrücken und dem fröhlichen Beisammensein wurde schnell klar: Humboldthain und Leipheim sind sich näher als auf der Landkarte eingezeichnet.

 

Für den Samstag, an dem die Sonne für angenehme sommerliche Temperaturen sorgte, jedoch die Stadt von der tropischen Hitze der Vorwoche verschonte, hatten die Humboldthainer Stadtführer einen abwechslungsreichen Tag geplant. Am Vormittag teilten sich die schwäbischen Gäste, je nach Interessensgebiet, in zwei Gruppen auf. Unter Leitung der Humboldthainer Botschafter Leona und Dennis nahm die erste Gruppe Kurs auf die Gedenkstätte Hohenschönhausen.


Ein Zeitzeuge führte die Besucher durch das ehemalige Stasi-Gefängnis. In der rund zweistündigen Führung schilderte dieser nicht nur die 44-jährige Geschichte des Haftgeländes und dessen Rolle im System der politischen Verfolgung in der DDR. Auch seine persönlichen Erfahrungen mit Justiz und Repression in der DDR gaben einen tiefgehenden und bewegenden Einblick in dieses Kapitel deutscher Geschichte.

 

Während diese Gruppe im Anschluss bei Berliner Currywurst die Informationen verarbeitete, schipperte Gruppe zwei noch ruhig auf der Spree durch die Berliner Mitte. Zuvor hatte sich hier Gemeindevorsteher Waschke als Stadtguide versucht und die bayerischen Besucher zur Gedenkstätte Berliner Mauer geführt. Entlang der Bernauer Straße war man dem Verlauf der ehemaligen Grenze zwischen Ost- und Westberlin gefolgt. Auch die Gemeinde Humboldthain, die nur wenige hundert Meter von der Bernauer Straße entfernt liegt, wurde seinerzeit durch den Mauerbau massiv in Mitleidenschaft gezogen. So konnten ab Grenzschließung 1961 rund 200 Gemeindemitglieder aus dem Ostteil von einem Tag auf den anderen nicht mehr die Gottesdienste in der Hussitenstraße besuchen.

Nach dem Besuch der Gedenkstätte Berliner Mauer steuerte der Besuchertrupp noch das Regierungsviertel entlang der großen Sehenswürdigkeiten an, ehe es mit langsam müde werdenden Beinen an Bord eines Ausflugsdampfers ging.

 

Nach kurzer Erholungszeit im Hotel, wo sich beide Gruppen wiedertrafen, wartete ein musikalischer Abend auf die Leipheimer Gäste. Die zwei Projektchöre des diesjährigen Jugendtages der Gebietskirche Berlin-Brandenburg luden zu einem Wiederholungskonzert. Zum Vortrag kamen in der Kirche der Gemeinde Charlottenburg sowohl die D-Dur Messe Antonin Dvoraks in Latein als auch die Gospelmesse von Robert Ray in englischer Sprache. Sichtlich begeistert von einem vollen und interessanten Tag, der so ein gelungenes musikalisches Ende fand, freuten sich Gäste wie Gastgeber auf den gemeinsamen Gottesdienst am Sonntag.

 

Gottesdienst und sommerliches Hoffest

 

Mit der Aufforderung "Lasst uns fröhlich Lieder singen" war die Grundstimmung bereits im Eingangslied des Gottesdienstes festgelegt. Freude in Christus, Freude an der Gemeinschaft, Freude am gemeinsamen Glauben - Predigt und Musikbeiträge des Chores und der Instrumentalisten machten deutlich, trotz mancher Sorge und vielem Leid auf dieser Erde, kann Gott trösten und Freude schenken. Dies hob auch Gemeindeleiter Waschke hervor, der durch den Gottesdienst mit dem Bibelwort aus Römer 8, 31 Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein? führte.

 

Der ungebremst fröhlichen Atmosphäre sollte auch das Humboldthainer Hoffest keinen Abbruch tun. Traditionell feiert die Gemeinde kurz vor den Sommerferien ein Fest auf der Außenanlage der Kirche. Buffet und Grill hielten eine Vielzahl an Köstlichkeiten bereit. Grillwürste, Gemüsespieße, Salate und Kuchen - kaum ein Wunsch blieb unerfüllt. Schnell kamen die Glaubensgeschwister beider Gemeinden ins Gespräch, tauschten sich aus und lernten sich weiter kennen. Melitta Kaltenecker-Rauskolb, Botschafterin der Leipheimer Gemeinde, bedankte sich schließlich im Namen der Reisegruppe für die Gastfreundschaft und überreichte einen Präsentkorb mit Köstlichkeiten aus der Region. War bereits zuvor der Wunsch hier und da zu vernehmen, war er jetzt nicht mehr zu überhören: Ein Gegenbesuch im Jahr 2016, den müssen wir machen! 


Text: MPW

Fotos: WP/MPW

 
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