Letzter GD mit KPW
 



Ab in die Hängematte
Letzter Gottesdienst mit Gemeindevorsteher Waschke



















(29.10.2016) Punkt 19:56 Uhr war seine letzte Predigt vorbei. Kurz und prägnant – so wie die Gemeinde ihn kennt. „Gott will, dass dein Leben gelingt“, eine Botschaft die Mut macht. So zieht es sich durch den Abend. Immer wieder betont Gemeindevorsteher Klaus-Peter Waschke, den besonderen Wert des Gottesdienstes. Es ist das letzte Mal, dass er einen solchen hält. Vier Tage später wird er in den Ruhestand treten, nach 38 Jahren ehrenamtlichen Dienst in der Gemeinde, davon achteinhalb als dessen Leiter.

 Vom 12 jährigen Jesus

Aus Lukas 2 Vers 49 zitiert er das Bibelwort, um das sich seine Predigt rankt:  „Wisst ihr nicht, dass ich sein muss in dem, was meines Vaters ist?“. Jesus ist 12 Jahre alt und besucht den Tempel in Jerusalem, erklärt er den biblischen Zusammenhang. Doch Maria und Josef, seine Eltern, wissen nichts davon, sie suchen ihn drei Tage lang. Als sie ihn endlich finden „entsetzten sie sich“ wie es in Vers 48 zu lesen sei. „Keine Wiedersehensfreude, kein lauter Jubel - auf beiden Seiten“, beschreibt Evangelist Waschke die Situation. „Jesus’ Frage irritiert die Eltern, ja man mag fast sagen, sie provoziert.“ Denn für Jesus sei klar gewesen, er ist Gottes Sohn. Deshalb sei er in den Tempel gegangen und dort geblieben. Er habe die Nähe zu seinem göttlichen Vater gesucht. Doch das hätten Maria und Josef nicht verstanden. „Hat Maria denn tatsächlich die Worte des Engels vergessen, der ihr die Geburt des Gottessohnes ankündigte?“ So heißt es in Lukas 1 Vers 31 und 32: „Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Jesus geben.  Der wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden; und Gott der Herr wird ihm den Thron seines Vaters David geben“.

Gott will allen helfen

Nun fragt der Vorsteher in die Gemeinde: „Wo haben wir unser geistiges Zuhause?“. Jeder müsse sich selbst hinterfragen. „Wer bin ich. Wo will ich hin? Woraus schöpfe ich Seligkeit?“ Aufschluss könne man im Gottesdienst erhalten, führt er fort. „Das Haus Gottes ist eine gute Adresse, um Antworten zu finden.“ In seiner markanten Art und mit lauter Stimme beschreibt der Gemeindeleiter noch einmal das Wirken Gottes. „Eines dürfen wir nicht vergessen, alles was uns niederstreckt, kommt nicht von Gott.“ Gottes Absicht sei es, den Menschen zu helfen. „Dein Leben soll gelingen, das will Gott“, beendet er seine Predigt. Dann ist es soweit - 19:56 Uhr. Eine kurze Pause, dann folgt das Amen. Ein Lächeln zieht ihm ins Gesicht. Das war`s.

Abschied vom Vorsteher

Es ist ein Gottesdienst der vielen in Erinnerung bleiben wird, denn viele sind es auch, die an diesem Mittwochabend gekommen sind. 108 Gottesdienstteilnehmer - normalerweise ist die Kirche zum Wochengottesdienst nicht so stark gefüllt. Voll gespickt ist der Gottesdienst auch mit musikalischen Beiträgen. Gemeindechor, Sologesang und ein Duett mit Saxophon und Klarinette umrahmen den Abend. Emotional wird es nach Ende des Gottesdienstes. Der Gemeindechor singt dem Vorsteher gute Wünsche für die Zukunft entegen. So heißt es in dem Lied „A clare benediction“: „Möge Gott dir seine Barmherzigkeit schenken, möge das Licht seiner Gegenwart dich führen. Möge er dich beschützen und dir helfen. Möge sein Geist dich immer begleiten.“ Liedtext und Bibelwort sind auf einem blauen Plakat abgedruckt, das Vorsteher Waschke überreicht bekommt. Er soll sich damit noch lange an diesen außergewöhnlichen Abend erinnern. Auf dem Plakat finden sich auch unzählige Namen. Mit Goldstiften haben Gemeindemitglieder und Besucher unterschrieben. In großen Buchstaben ist zu lesen: „Wir sagen tausend Dank für all deine Gebete, Umarmungen, Fürbitten, mitreißenden Predigten, tröstenden Worte, Mutmacher, und deine humorvolle und unverwechselbare Art!“.

Das war’s

Zum Abschluss überrascht die Gemeinde ihren Vorsteher noch mit einem Sektempfang. Im Mehrzweckraum stößt sie mit ihm an auf die vergangene Zeit und den neuen Abschnitt. Viele bleiben bis in den späten Abend. Vorsteher Waschke geht von Tisch zu Tisch, lacht und schwelgt in Erinnerungen. Ein Satz bleibe vielen in Erinnerung, sagt der Öffentlichkeits-beauftragte der Gemeinde. „Oft hast du uns entgegengerufen: Wir dürfen uns nicht in der neuapostolischen Hängematte ausruhen.“ Es ist ein typischer Satz des Vorstehers. Humorvoll und zugleich motivierend. Doch ab Sonntag kann er es ja vielleicht doch. Gemütlich und entspannt in der Hängematte, wenn es dann heißt: Vorsteher im Ruhestand.

Text: MPW
Fotos: WP








 
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